Der RBB präsentiert durch die zwei zuletzt erschienenen Artikel in Bezug auf die NBS teils allgemein bekannte, teils fehlerhafte Angaben als sensationelle Enthüllungen, daher möchten wir hiermit alle Interessierten über die Situation der NBS informieren.

Erwähnung im Verfassungsschutzbericht 2016

Die Moscheegemeinde Neuköllner Begegnungsstätte e.V./ Dar-As-Salam Moschee NBS wurde wie einige andere bereits im letzten Jahr im Verfassungsschutzbericht des Berliner Verfassungsschutzes genannt. Aufhänger hierfür war bislang eine nicht näher benannte Verbindung zur „Islamischen Gemeinschaft Deutschlands“ IGD, die wiederum als Ableger in Deutschland der Muslimbruderschaft gilt. Die Vorwürfe wurden nun unter anderem erweitert durch vermeintlich offenkundige Verbindungen zum „Fatwa- Ausschuss-Deutschland“ FAD.

Die NBS widerspricht den, im Verfassungsschutzbericht 2017 veröffentlichen, Angaben und Schlüssen des Landesamtes für Verfassungsschutz Berlin. Die NBS wird rechtliche Schritte einleiten und eine Stellungnahme ihres Rechtsbeistands zu den einzelnen Vorwürfen zum gegebenen Zeitpunkt veröffentlichen.

In diesem Zusammenhang behaupten nun zwei Journalisten des RBB durch exklusive Recherche Entdeckungen gemacht zu haben, die sie nun der Öffentlichkeit als Sensation zu verkaufen suchen.

Zum Artikel vom 18.07.2017 rbb-online - Neue Erkenntnisse - Neuköllner Begegnungsstätte steht im Verfassungsschutzbericht

Jede einigermaßen suchmaschinengeübte Person kann innerhalb kürzester Zeit herausfinden wem das Gebäude in dem die NBS ihren Sitz hat, gehört. Der Verband Interkulturelle Zentren VIZ hat das Gebäude im Jahr 2007 von der Neuapostolischen Kirche gekauft und an die NBS vermietet (darüber berichtete bereits Claudia Keller im Tagesspiegel 2007). Seit der Gründung sind wir damit offen umgegangen und hatten auch keinerlei Bedenken mit diversen Journalisten über das Thema zu sprechen. Trotzdem kann man sich beim Lesen des Artikels nicht des Eindrucks erwehren, es wären verdeckte Ermittlungen betrieben und keine Mühen gescheut worden um Unbekanntes der Öffentlichkeit zu präsentieren. Fakt ist, dass die NBS durchgehend transparent agiert hat und über diese schon bekannten Tatsachen offen mit diversen Akteur*innen gesprochen hat. Zu behaupten die Miethöhe sei unterdurchschnittlich hoch, für ein Gebäude welches sich weder durch die ortsübliche Miete einstufen, noch durch seinen gemeinnützigen Charakter mit anderen gleichsetzen lässt, ist unangemessen und tendenziös. „Unterdurchschnittlich“ setzt Vergleichskategorien voraus, die nicht gegeben sind.

Interessant ist auch die Auswahl der befragten 'Expert*innen'. Im Artikel kommen die Vermutungen des bereits 2016 abgewählten ehemaligen SPD-Politikers Erol Özkaraca zur Sprache, der sich bislang weniger durch differenzierte Aussagen zu Muslimen und Islam in Deutschland, Berlin und Neukölln ausgezeichnet hat. Die Bloggerin Sigrid Herrmann-Marschall wird zitiert und erhält eine Werbeplattform für ihren Blog. Sie sei als erstes auf die vermeintliche Gründung des FAD in den Räumen der NBS gestoßen. Die durch die Diplom-Biologin und selbsternannte Islamismus-Analystin Herrmann-Marschall verbreitete Falschmeldung der FAD hätte sich in den Räumlichkeiten der NBS gegründet, verbreiten die RBB-Journalisten trotz klarem Widerspruchs und Erklärung Mohammed Taha Sabris, zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Artikels munter weiter. Der Hinweis Sabris, dass der FAD sich in einem Hotel gegründet hat, wird nur zusätzlich genannt und dadurch den Eindruck erweckt es hätte zwei Orte gegeben oder Sabri hätte etwas verschwiegen. Die ausführliche Erläuterung Sabris zur offiziellen Präsens des FAD in der NBS wird völlig unterschlagen. Der FAD hat am besagten Datum gemeinsam mit vielen anderen Verbänden und Vereinen in den Räumen der NBS die Konferenz zur Festlegung einheitlicher Gebetszeiten in allen berliner Moscheen besucht. Ein Anliegen, welches wir nur zu gerne mitgetragen und in aller Form unterstützt haben.

Zum Artikel vom 27.07.2017 rbb-online - Moscheeverein NBS erwartet Millionenspende aus Kuwait

Die Moscheegemeinde hat keine Spende aus Kuwait erhalten und erwartet entgegen der falschen Behauptungen des RBB auch keine solche Spende.

Die NBS ist eine Moscheegemeinde mit ca. 1000 Besuchern pro Woche. Die Anzahl ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Dadurch sind inzwischen unhaltbare Zustände entstanden, die dringend einer Lösung bedürfen. Die NBS verfügt nicht über ausreichend Sanitäranlagen, muss an Freitagen Sicherheitsleute beschäftigen um Unfälle zu vermeiden, da die Gläubigen auch auf den Gehwegen beten und kann vielen von ihnen nicht einmal einen Regenschutz während des Gebetes bieten.

Über Jahre hat sich die NBS vergeblich bemüht, das unbebaute Nachbargrundstück zu erwerben. Inzwischen bemüht sie sich das bestehende Gebäude zu erweitern. Ein Architektenentwurf hierfür liegt vor. Da die unhaltbaren Zustände in der NBS seit geraumer Zeit bekannt sind und eine dringender Lösung bedürfen, steht die NBS selbstverständlich im Austausch mit Bezirk und Senat. Die NBS hat während unverbindlicher erster Gespräche um die Ausstellung einer “Unbedenklichkeitsbescheinigung“ gebeten, um gegebenenfalls Stiftungen in Kuwait um Unterstützung bitten zu können, da die Gemeinde derzeit die notwendigen Gelder nicht allein aufbringen kann. Aber die Behauptung, die NBS erwarte eine Millionenspende aus Kuwait, ist schlichtweg falsch.

Wenn die NBS zukünftig Gelder aus dem In- oder Ausland annehmen sollte, um die dringend benötigte Erweiterung finanzieren zu können, dann nur, wenn keinerlei Bedingungen daran geknüpft sind, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen und wenn der deutsche Staat keine Bedenken äußert. Für die NBS als Moscheegemeinde ist es wichtig, neben all dem anderen integrativen Wirken in die Stadtgesellschaft hinein, weiterhin für die religiösen Bedürfnisse der Gemeinde einzustehen. Dazu gehört zweifelsohne ein unermüdliches Engagement für die bauliche Erweiterung der bestehenden Räumlichkeiten.

Fazit

Es ist sehr bedauerlich, dass der Rundfunk Berlin Brandenburg einer solch fehlerhaften, tendenziösen und dadurch schlichtweg schlechten Berichterstattung Raum bietet. Die vermeintlichen Enthüllungen sind weder sensationell noch neu. Ihre Darstellung als solche passt lediglich in dem medialen Tenor des letzten halben Jahres. Im Umgang mit unserer Moschee und unseren Aktivitäten haben wir den Eindruck gewonnen, dass zum einen zweierlei Maß angelegt wird, zum anderen Positives verschwiegen, marginalisiert oder relativiert und Negatives, wie jetzt die aus unserer Sicht äußerst zweifelhafte Aufführung im Verfassungschutzbericht 2016, ausgiebig dargestellt und sogar ausgeschmückt wird.

Wir kommen zu dem Ergebnis, dass wir umso mehr wir integrative, demokratie- und friedensfördernde Aktivitäten organisieren, desto mehr Kritik erfahren wir. Dies wird uns allerdings nicht daran hindern weiterhin integrativ in die Stadtgesellschaft hinein zu wirken.

 

Die Neuköllner Begegnungsstätte verurteilt jegliche Form von Gewalt und Terror. Der Anschlag in Manchester ist aus ihrer Sicht ein deutliches Zeichen von unmenschlicher Boshaftigkeit, das zu keinem Zeitpunkt relativiert werden darf und kann. Imam Taha Sabri äußert sich klar und unmissverständlich: „Subjekte die andere Menschen bewusst töten oder zu töten bereit sind, haben jeglichen Funken Menschlichkeit verwirkt. Weder wir, noch Gott - wie ich und meine Gemeinde ihn verstehen - werden jemals solch ein Gräuel verzeihen.“ Weiterhin sagt er zum stärkeren Bemühen in der Deradikalisierungsarbeit: „Einmal mehr wird deutlich wie wichtig es ist, dass wir als Theologen, Gemeinden und Gesellschaften enger zusammenarbeiten um junge Menschen von der Schlechtigkeit und Absurdität von Terrorismus zu überzeugen. Wir in unserer Gemeinde werden nicht ruhen, bis wir alles in unserer Macht stehende getan haben, um die Wiederholung solcher Taten zu verhindern.“ Die Neuköllner Begegnungsstätte betet geschlossen für die Opfer, Verletze und ihren Angehörige.

 


Mit Entsetzen haben wir den Medien entnehmen müssen, dass Schüler*innen jüdischen Glaubens aufgrund ihrer Religion von muslimischen Mitschüler*innen gehänselt, beschimpft und bedroht wurden und werden. Wir verurteilen dies sehr und appellieren an alle, die sich als muslimisch betrachten, sich auch unserem Glauben würdig zu verhalten. Die Diskriminierung von Andersgläubigen lässt sich nach unserer Überzeugung nicht mit dem islamischen Glauben rechtfertigen.


Koran 49,13: „O ihr Menschen! Ich erschuf euch als Mann und Frau und machte euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander ken nen lernt. Wahrlich, vor Gott ist von euch der Angesehenste, welcher der Got tesfürchtigste ist. Wahrlich, Gott ist allwissend, allkundig.“


Abgesehen davon vertreten wir, die zwischen jüdischen und muslimischen Vertreter*innen gemeinsam formulierte Grundsatzerklärung zum friedlichen Zusammenleben http://meet2respect.de/islam-judentum/grundsatzerklaerung/ und bieten an, gemeinsam mit jüdischen Vertreter*innen im Rahmen des Projektes meet2respect die Friedenauer Grundschule und andere Schulen zu besuchen, in denen es zu antisemitischen Äußerungen durch muslimische Schüler*innen kam. 
 

Pressemitteilung

Berlin, den 21.12.2016

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz hat die Neuköllner Begegnungsstätte e.V. zutiefst erschüttert.

M. Taha Sabri, Imam und Vorstandsvorsitzender der NBS verkündete: "In Trauer und tiefer Verbundenheit mit den Opfern und deren Angehörigen, werden sich unsere Mitglieder am Freitag, den 23.12.2016, zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche begeben und dort eine Mahnwache abhalten. In der Zeit von 17:00 bis 18:00 Uhr versammeln sich Angehörige unserer Gemeinde auf den Breitscheidplatz und werden mit Kerzen und Schildern zum Ausdruck bringen, wie sehr uns das Geschehene ergreift und entsetzt."

Deutlich möchte die Dar Assalam Moschee ihre Haltung zu dieser Gräueltat kundtun und ein Zeichen setzen, denn es steht außer Frage, dass nichts eine solche Tat rechtfertigen kann!

Um einen kleinen symbolischen Beitrag für den Wiederaufbau der zerstörten Baulichkeiten zu leisten, wurde ferner die Gemeinde aufgefordert, am Freitag auf dem Weihnachtsmarkt verstärkt einzukaufen und die Händlerinnen und Händler finanziell so gut wie möglich zu unterstützen.

Der Vorsitzende der Neuköllner Begegnungsstätte brachte weiterhin mit folgenden Worten die Gefühle seiner Gemeinde zum Ausdruck: "Als Berlinerinnen und Berliner, aber vor allem als Menschen sind wir sprachlos und schockiert, doch das darf uns nicht in einen Zustand der Untätigkeit versetzen. Gerade jetzt ist es unabdingbar, dass wir in dieser wundervollen pluralen Stadt wie seit jeher solidarisch, mutig und offen gerade aufgrund aller Unterschiede und Gemeinsamkeiten zusammenstehen. Fanatismus und Gewalt sind die Feinde allen Lebens und aller Religionen. Als Muslime beten wir für jene, die in diesem unsäglichen Augenblick ihr Leben oder Angehörige verloren haben sowie für alle Verletzte."